Inhalationen – Ein Erfahrungsbericht von Bettina Dethloff

Endlich wieder durchatmen

Es ist weithin bekannt, wie gesund die Sylter Luft ist, ganz besonders heilsam sind Spaziergänge am Flutsaum. Doch es gibt noch eine Steigerung: Die Meerwasserinhalation im Syltness Center. Auch hier atmet man „die reine Nordsee“ ein, das Meerwasser wird gereinigt, gefiltert und mithilfe von Ultraschall 200 mal feiner zerstäubt als die Brandung am Meer es schaffen kann. „Haben Sie eher Probleme mit den Nasennebenhöhlen oder mit den Bronchien?“, fragt mich Daniele Jürgensen, Wellnessberaterin und Leiterin der Abteilung Inhalationen. „Beides“, antworte ich den Tatsachen entsprechend. „Ich bin die perfekte Testperson.“

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Das Team aus der Abteilung “Inhalationen” im Syltness Center

Brav setze ich mich also vor das Einzel-Inhalationsgerät, wo die Fachfrau mir schon ein Mund- und Nasenstück angebaut hat und mir die Anweisung gibt: „Und nun ganz normal weiter atmen und schön entspannen.“ Ich befürchte zweierlei: Dass sie mir Block und Stift wegnimmt und dass sie neben mir stehen bleibt. Die nette Dame macht nichts von beidem, der erwartete unangenehme Luftstrom bleibt auch aus und so kann ich mich tatsächlich rasch entspannen. Nach fünf Minuten nehme ich „wie befohlen“ das Nasenstück ab, atme den wertvollen Nebel durch den Mund ein und genieße es, einige Minuten lang gemütlich hier zu sitzen.

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Nur für´s Foto: Der Mitarbeiter zeigt kurz, wie es richtig geht.

Ich atme immer tiefer ein und aus und denke das ist gut so, doch als nach weiteren fünf Minuten Schluss mit dem Meerwasser-Dampf ist und Daniele Jürgensen wieder neben mir steht, scheint sich mein Hirn ganz kurz im Kreis zu drehen. Das kommt davon, wenn man nicht brav die Anweisungen befolgt: Sie hatte ja gesagt, ich soll während der Inhalation normal (!) weiter atmen. Doch eines steht fest, die positive Wirkung ist schon nach einer Anwendung zu spüren, Nase und Bronchien geht es gut wie lange nicht mehr.

Ich bin gespannt auf die anschließende Rauminhalation, als Frau Jürgensen die dazu gehörige Tür öffnet, ist mein erster Gedanke: „The Fog“!

Dennoch folge ich ihr vertrauensselig und schreite durch die dichte Nebelwand. Meine Frage, ob ich hier wohl einen Badeanzug bräuchte, hatte man verneint; trotzdem finde ich es komisch, in Straßenkleidung einzutreten und wische verstohlen mit der Hand über die Sitzfläche, welche aber tatsächlich trocken ist.

Auch hier wird das Meerwasser per Ultraschall mikrofein zerstäubt, so dass die Wirkstoffe ihre heilenden Kräfte selbst in den unteren Luftwegen der Patienten gut entfalten können. Die Tröpfchen sind besonders klein, die Rauminhalation ist daher eine sehr gute Behandlungsmethode bei Bronchitis, Asthma und Lungenerkrankungen. Nebenwirkungen gibt es keine, lediglich Menschen mit Platzangst sind hier nicht gut aufgehoben, denn viel sehen kann man ja nicht. Die Behandlung ist selbstverständlich auch im Rollstuhl möglich und dann und wann steht hier auch mal ein Kinderwagen. Essen und trinken ist nicht erlaubt, verboten ist auch die Mitnahme einer Zeitung, denn die Druckerschwärze würde sich aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auflösen und die Patienten somit Schadstoffe einatmen. Ich kann mich nur wundern, dass jemand an dieser Stelle einen Leseversuch starten will, man kann die Buchstaben doch eh nicht erkennen, doch Daniele Jürgensen berichtet, manch einer wolle es tatsächlich versuchen. Reden dagegen ist erlaubt, ja, es ist sogar erwünscht, dabei atmet man schließlich automatisch normal ein und aus.

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Kaum zu erkennen – Daniele Jürgensen in der Rauminhalation

Nachdem auch wir zehn Minuten geplaudert haben, muss ich den Raum mit dem salzigen Nebel wieder verlassen. Meine Bronchien kribbeln, aber es ist durchaus angenehm. Meerwasser ist übrigens auch zur Behandlung von Hauterkrankungen hervorragend geeignet und wird insbesondere gern zur Pflege von Haut eingesetzt, welche unter Allergie, Neurodermitis oder Schuppenflechte leidet. Die Meerwasser-Kosmetik Thala-med enthält Meerwasser aus Schleswig- Holstein und zwar mit dem höchsten Anteil weltweit.

Doch zurück zur Rauminhalation, zusammenfassend kann man sagen:

Es ist kein großer Aufwand erforderlich, Badesachen können zu Hause bleiben, die Frisur bleibt stadttauglich und wer eine Brille trägt, kriegt die Gläser hinterher so klar geputzt wie lange nicht mehr. Allerdings sollte man sich nicht allzu warm kleiden. Die ersten Anwendungen dauern zehn Minuten, später kann die Länge der Inhalation auf maximal 20 Minuten erhöht werden. Die Einzelinhalation dagegen erstreckt sich grundsätzlich über zehn Minuten und sie ist sogar vom Hausarzt verordnungsfähig, sehr interessant somit nicht nur für Kurpatienten, sondern auch für Einheimische, die unter Erkrankungen der Atemwege leiden. Der Zeitaufwand ist gering, die Wirkung sehr effektiv.

Den Spaziergang am Sylter Flutsaum kann man ja trotzdem machen. Damit nicht nur die Atemwege, sondern auch die Seele gehegt und gepflegt wird.

» Weitere Informationen zum Gesundheitsangebot des Syltness Centers

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Michaela

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