Aquafitness – Ein Erfahrungsbericht von Bettina Dethloff

SPORT IM WASSER – GELENKSCHONEND, EFFEKTIV UND ZIEMLICH LUSTIG

„Die Arme ‚fahren Rad‘, die Hanteln schön unter Wasser drücken! Dabei vorwärts gehen! Atmen nicht vergessen! Und das Lächeln natürlich auch nicht!“ Energisch sprudeln die Worte aus dem Munde der Physiotherapeutin Maria Müller. Während sie es locker schafft zu lächeln, muss ich mich erstmal auf die anderen Dinge konzentrieren.

Meine Gliedmaßen gehorchen mir nicht so richtig, ich bekomme immer nur eins zur Zeit hin. Wenn die Arme meinen Anweisungen gehorchen, machen die Beine nicht, was sie sollen. „Wie schaffst du es, im Wasser so schnell vorwärts zu gehen?“, frage ich Maria leicht verzweifelt. Sie lacht herzlich und ruft mir über die Schulter zu: „Ich lebe doch quasi im Wasser.“ Womit sie natürlich meint, dass sie im Wasser arbeitet. Maria leitet nämlich nicht nur den Kurs „Aquafitness“, an dem ich mich gerade versuche, sie ist auch für das „Aquajogging“ zuständig. In diesem Zusammenhang möchte sie gern ihre Kollegen erwähnt haben, die ebenfalls „im Wasser leben“: Babsi Urbild, Claudia Ulbricht, Lars Buchheister, Felix Kirchhöfer.

Als Sylterin kenne ich selbstverständlich die Sylter Welle, das Bewegungsbad im Syltness Center benutze ich dagegen zum ersten Mal und ich habe mir das Becken wesentlich kleiner vorgestellt. Die Bandbreite der Nutzung ist umfangreich: Viele Teilnehmer besuchen die Kurse schlicht, weil sie ihre Kondition oder Figur verbessern möchten, andere benötigen eine Therapie aufgrund einer chronischen Erkrankung oder nach einer Operation. Vor dem Aquafitness-Kurs trainierte zum Beispiel gerade die MS- Gruppe (Multiple Sklerose) Sylt im Becken, die Damen führten geschickt ihre Übungen aus und schafften es so ganz nebenbei, eine äußerst fröhliche Unterhaltung zu führen.

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Mein Ehrgeiz ist gepackt.

Während die anderen munter quatschen, konzentriere ich mich zunächst auf meine Arme und Beine. Maria kann im Spiegel über dem Becken kontrollieren, wenn etwas falsch gemacht wird und als sie auf mich zukommt, fühle ich mich kurz wie eine Schülerin, die ohne Hausaufgaben ertappt wird. Was natürlich völliger Unsinn ist, sie erklärt mir nur kurz, wie es korrekt ist und geht anschließend sofort wieder auf die Plaudereien der anderen Damen ein. „Ich finde, man sollte unbedingt Spaß haben beim Sport“, betont sie dann auch. Den haben wir allerdings. Zum Beispiel, als eine junge Teilnehmerin stockt, nach draußen auf die Dünenterrasse schaut und einen gut aussehenden Mann vorbeilaufen sieht: „Da kommt er wieder“, haucht sie verzückt und sorgt damit für lautes Gelächter.

Trotzdem wird selbstverständlich intensiv trainiert, die flotte Musik im Raume spornt uns dabei ebenso an wie Marias energische Kommandos.

Nun sollen wir die Wasserhanteln mit den Füßen unter Wasser halten und verschiedene Bewegungen ausführen. Unglaublich, diese Dinger sind doch total leicht, wieso ist es nur so schwierig, sie unter Wasser zu drücken? Im nächsten Moment schweben meine Beine an die Oberfläche und meine Arme rudern wild herum, um gegenzuhalten. „Passiert mir auch manchmal“, ruft jemand neben mir. Man kann die Hanteln übrigens individuell mit Wasser füllen, damit sie nicht so viel Widerstand leisten wie meine es gerade tun.

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Dennoch – ich muss zugeben: Es macht wirklich Spaß!

Der schöne Ausblick, das angenehm warme Wasser, die lockere Atmosphäre – das ist schon ausgesprochen nett. Ganz nebenbei kräftigt man Muskeln und Sehnen, und dies ohne „medizinischen Beigeschmack“. Im Takt der Musik drücke ich die Hanteln mit den Armen gegen den Widerstand des Salzwassers nach unten, mit den Beinen halte ich währenddessen eine Stange am Boden, welche nur allzu gern an die Oberfläche huschen möchte. „Oberkörper drehen, links – Oberkörper rechts!“ ruft Maria. Na bitte, geht doch. „Wow, klasse Training für die Armmuskeln“, denke ich begeistert, konzentriere mich aber sogleich wieder auf Maria. „Und nun die Stange vor und zurück schieben.“ Einen kurzen Moment lang hören wir keine Stimmen, nur Musik, denn nun müssen wir echt gut aufpassen. „Wo ist nochmal links“, fragt sich eine Dame neben mir und wieder kichern alle. Inzwischen schaffe ich es auch, dem Geschehen um mich herum zu lauschen und gleichzeitig meinen Körper zu trainieren. Der Wasserwiderstand fördert den intensiven Trainingseffekt, der Wasserauftrieb sorgt dafür, dass Gelenke geschont werden, kein Wunder, dass ich mich hinterher unter der Dusche großartig fühle…

Am nächsten Tag kommt noch das Sahnehäubchen: Schultern und andere Schwachstellen zeigen keine Nachwehen, auch die Muskeln haben keinen Kater zu vermelden. Nicht mal ein klitzekleines Katerchen.

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